Sonntag, 16. September 2007

Hitler-Stalin-Pakt (23.08.1939)

Motive der SU:
- Stalin hatte Angst vor einem Kapitalistisch-Faschistischen Bündnisses gegen den Kommunismus
- weiß, dass man sich auf Westen nicht verlassen kann (Tschecholslowakei von Westmächten verlassen)
- Polen als Tor nach Westen
- hofft auf industriellen und wirtschaftlichen Aufschwung durch Nach-Westen-Wachsen
- erhofft sich 10 Jahre Ruhe (zwischenzeitliche Zerfleischung des westlichen Kapitalismus mit der Achse)


Motive Hitlers:
- SU von Bündnis mit den Westmächten abhalten
- SU in Sicherheit wiegen
- Vermeidung eines 2-Fronten Krieges
- Aufteilung Polens ist gewollt
- erhofft sich wirtschaftliche Ressourcen durch SU, wenn der Krieg beginnt

General Franco und seine Regirung

- Francisco Paulino Hermenegildo Teodulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo wurde am 4. Dezember 1892 in Ferrol (Galizien) geboren
- in der Zeit von 1939 bis zu seinem Tod war Franco Staatschef von Spanien
- er regierte das Land nach dem Sieg der Aufständischen im Spanischen Bürgerkrieg bis zu seinem Tode diktatorisch
- Franco wurde in Spanien als >>el Caudillo<< bezeichnet
- in Anlehnung an diesen Titel wurde seine Geburtsstadt El Ferrol von 1938 bis 1982 El Ferroldel Caudillo genannt
- Franco starb am 20. November 1975 in Madrid

Bürgerkrieg in Spanien (1936 bis 1939)
Bilanz:
- Verwüstung des gesamten Landes
- Völkermorde (500.000 bis 600.000 Tote)
- Diktator bis 1975 - danach wieder Monarchie
- Neutralität im II. Weltkrieg - besonderes Verhältnis zu Deutschland
- Bürgerkrieg war nicht intern (Sowjetunion schickt Kommunisten, Großbritannien unterstützt finanziell, faschistische Achse schickt Legionen)

Gründe für NSDAP-Mitgliedschaften:

Gründe für:

- Kleingewerbetreibende und Selbstständige
- Staatsaufträge
- Ausschaltung der jüdischen Konkurrenz
- Förderung (Subventionen)

- Landwirte
- “Veradelung des Bauernstandes”
- Unterstützung
- staatliche Förderung

- Beamtenschaft
- Angst vor Entlassungen
- Karrieremöglichkeiten
- Einnahme von Führungspositionen

- Eigentümer
- Angst vor Enteignung
- Hoffnung auf Besitztümer

Der Nationalsozialismus als massenpsychologisches Problem

NS-Propaganda:

- Schlagworte / Slogans / Hervorhebungen
- Kriegsverherrlichung / Beeinflussung der Jugend
- Versprechen (Arbeit, Wohlstand)
- Ansprechen von Gefühlen (Angst, ….) / Volk in Sicherheit wiegen / Prestige
- Manipulation (u.a. der Wahrheit durch Weglassen oder Verändern von Informationen)
- Stärkung des Nationalgefühls
- Schaffen von Feindbildern (Juden, Bolschewismus)
- NS-Rassenlehre / Ideologie
- Revision des Versailler Vertrages / für Deutschland Macht, Ansehen und Prestige
- knappe, einprägsame Wortgruppen und Wiederholungen / einfache Formulierungen

Der innerdeutsche Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Definition des Begriffes >> Widerstand << in Bezug auf den Nationalsozialismus
- sowohl die bewusste politische Opposition als auch gesellschaftliche oder religiöse Verweigerung

“Widerstand (gegen die NS-Diktatur) ist eine Provokation, welche die Toleranzschwelle des nationalsozialistischen Regimes unter den jeweils gegebenen Umständen bewusst überschreitet mit einer Handlunsperspektive, die auf eine Schädigung oder Liquidation des Herrschaftssystems abzielt.” (Klaus Schönhoven)
- Differenzierung in “Widerstand” und “widerständisches Verhalten”

Struktur des Widerstandes

- keine einheitliche und koordinierte Volksbewegung / Widerstandsbewegung in Deutschland
- Differenzierung von unkoordinierten Einzelaktionen und professionell angelegten Aktionen
- die meisten Widerstände wurden nie bekannt, auch wenn diese kaum weniger bedeutend waren, als z.B. die Aktionen der Weißen Rose
- ein wichtiger Unterschied zwischen der Situation in Deutschland und Italien ist, dass in Deutschland die Verfassungsmittel zur Entmachtung Hitlers ausgeschaltet wurden, wodurch keine legale Absetzung möglich war
- in der Anfangszeit gingen Widerstände vor allem von politisch motivierten Gruppen aus
- später vor allem ethisch oder religiös motivierte Gruppen und Einzelpersonen
- als die Kriegswende absehbar wurde, kam es zur Bildung der Widerstandsgruppe des “20. Juli”
- bedeutend ist die Tatsache das die Widerstandsbewegungen einen sehr geringen Teil der deutschen Bevölkerung ausmachten. Ferner auch die Tatsache das der Wille der Alliierten nach der Bedingungslosen Kapitulation, zu einer Solidarisierung mit der Führung führte

Widerstandsgruppen in Deutschland

Kommunistischer Widerstand

- hauptsächlich durch die KPD in der Frühzeit des Nationalsozialismus
- durch die Struktur als Partei waren die Mitglieder leicht zu entlarven und so wurden diese schnell verhaftet und die KPD so geschwächt
- der Widerstand verlagert sich so in die Konzentrationslager und in illegale Bewegungen
- es bestehen außerdem Kontakte zum “20. Juli”

- Rote Hilfe Deutschlands
- Rote Kapelle
- Vereinigte Kletterabteilung
- Transportkolonne Otto

- in der Anfangsphase Arbeiterstreiks, z.B. “Mössinger Generalstreik”
- Hauptaktivitäten bestehen in Antipropaganda und der Unterstützung von Flüchtlingen


Sozialdemokratischer Widerstand

- nach dem Verbot der SPD am 22. Juni 1933 entstanden zahlreiche Untergrundorganisationen
- vorwiegend Antipropaganda und Unterstützung politisch Verfolgter

Widerstand anderer Parteien

- neben den großen Parteien von KPD und SPD gab es zahlreiche andere Parteien die sich gegen das NS-Regime engagierten
- Kommunistische Partei-Opposition
- Internationale Kommunisten Deutschlands
- Gruppe Funke
- Antinazistische Deutsche Volksfront
- Föderation Kommunistischer Anarchisten Deutschland

- Verteilung von Flugblättern
- Versuch einer Kriegswende ähnlich der Novemberrevolution
- Versorgung sowjetischer Kriegsgefangener mit Nahrung, Kleidung und Informationen
- Bereitstellung von Waffen um im Fall des Nahens Alliierter Kräfte einen bewaffneten Aufstand zu beginnen

Widerstand der Gewerkschaften

- die deutschen Gewerkschaften waren selbst nach ihrer Zerschlagung durch die NS-Diktatur aktiv im Widerstand gegen diese betätigt, dies erfolgte dann jedoch aus dem Untergrund
- Internationale Transportarbeiterföderation
- Arbeitsausschuss freigewerkschaftlicher Bergarbeiter
- Gruppe Wilhelm Leuschner
- Flugblätter und Unterstützung politisch Verfolgter

Bündischer Widerstand

- bezeichnet den Widerstand der Bündischen Jugend, Ursprünge in den Pfadfindern und Wandervögeln
- Jugendbewegung entstanden aus desillusionierten Heimkehrern aus dem Ersten Weltkrieg
- Weiße Rose
- Edelweißpiraten
- Dj. 1.11 (Deutsche Jungenschaft vom 1. November 1929)
- Versuch der Infiltration der HJ
- teilweise offene Straßenschlachten mit der HJ, Anschläge gegen nationalsozialistische Institutionen


Kultureller Widerstand

- charakterisiert den Widerstand der Swing-Jugend und antinationalsozialistischer Literaten
- meist ursprünglich neutral, waren diese nach ihrem Verbot auch politisch motiviert

Die Swingjugend:
- oppositionelle Jugendbewegung die sich mit der Musik des Swing identifizierte
- Ablehnung und offene Differenzierung durch Sprache und Kleidung, verteilen von Flugblättern


Bürgerlicher Widerstand

- von bürgerlichen Gruppen, zumeist Intellektuellen, getragener organisierter Widerstand
- Ernst-Niekisch-Widerstandsbewegung
- Kreisauer Kreis
- Gemeinschaft für Frieden und Aufbau
- Sammlung von finanziellen Mitteln zur Unterstützung von Juden mit Nahrung und Geld
- Flugblätter gegen den Krieg und für freies Denken

Widerstand innerhalb der Wehrmacht

- Widerstand gegen die Person Hitler, Kriegsdienstverweigerung und Dissertation, Befehlsverweigerung bis hin zu Umsturzversuchen gegen das System
- Ludwig Beck und Freunde
- 20. Juli
- Freiheitsaktion Bayern
- Versuche zur Haftung und Tötung Hitlers, Unterlassen von Befehlen und Fahnenflucht

Kirchlicher und religiöser Widerstand

- äußerte sich in Form von Predigten gegen die NS-Politik, Wahlverweigerung, Wehrpflichtverweigerung, Schutz von politisch Verfolgten bis hin zu offenem Widerstand in Form von Demonstrationen
- Katholischer Jungmännerverband
- Junger Bundschuh
- Zeugen Jehovas
- Quäker
- Unterstützung von Inhaftierten, politisch Verfolgten und vor allem Juden, Verbreitung von Flugblättern


Widerstand im Alltag

- bezeichnet im wesentlichen den Widerstand verschiedenster Gesellschaftsschichten
- allgemeines Handeln im Sinn der Zivilcourage, Unterstützung von Flüchtlingen
- Verweigerung die eigenen Kinder in die HJ zu geben, Verweigerung Kriegsverbrechen auszuführen

Folgen:
In den meisten Fällen kam es für die Widerständigen zu Verhaftungen, Misshandlungen und Hinrichtung.

Gründe für das Scheitern:

- Unterschiedlichkeit der Gruppen
- Totale Überwachung durch die Gestapo = Angst
- Terror
- fehlender Rückhalt in der Masse
- Pech

Attentat vom 20. Juli 1944

Kurzbiografie Claus Schenk Graf von Stauffenberg

- Claus Schenk Graf von Stauffenberg wird am 15. November in Jettingen (Bayern) geboren
- Eintritt in das 17. Bamberger Kavallerieregiment (1926)
- im September 1933 heiratete er Nina Freiin von Lerchenfeld
- Beginn des Studiums an der Kriegsakademie in Berlin (1936)
- Stauffenberg ist zuerst Oberleutnant in einer Panzerdivision im Polenfeldzug, später nimmt er als Generalstabsoffizier an der Westoffensive gegen Frankreich teil (1939/1940)
- er wird an die Front nach Tunesien versetzt und dort am 7. April 1943 schließlich durch einen Tieffliegerangriff schwer verwundet (er verlor ein Auge, die rechte Hand und zwei Finger der linken Hand)
- 20. Juli 1944 verübte er ein Sprengstoffattentat auf Hitler
- in der Nacht vom 20. Juli auf den 21. Juli 1944 wird Stauffenberg exekutiert

Anschlagsverlauf in aller Kürze:

Stauffenberg reiste mit seinem Adjutanten Haeften in das Führerhauptquartier Wolfsschanze. Sie hatten 2 kg Sprengstoff mitgebracht. Die Besprechung in der Stauffenberg die Bombe platzieren wollte wurde um eine Stunde verlegt. Dadurch gelang es Staffenberg nicht 2 kg Sprengstoff scharf zu machen, sondern nur 1 kg.
Nachdem Stauffenberg die Bombe platziert hatte, wurde die Tasche mit der Bombe umgestoßen. Die Tasche mit der Bombe wurde anschließend hinter ein massives Tischbein aus Eichenholz gestellt.
Die Bombe detonierte zwar, doch der gewöhnliche Erfolg blieb aus. Der massive Eichentisch schützte die Anwesenden vor der Explosion. Hinzu kommt, dass nur 1 kg des Spengstoffs explodierte.
Stauffenberg der der festen Ansicht war, Hitler sei tot, kehrte nach Berlin zuück.
Er löste Operation Walküre aus, die aber scheitern sollte.
Die Attentäter werden daraufhin erschossen.

Folgen des Attentats

- nach dem 20. Juli 1944 setzte Hitler Walküre in dieser Form außer Kraft
- er übergab das Kommando des Ersatzheeres an Heinrich Himmler, der ab dann für die Sicherheit im Reich verantwortlich war
- Fromms Unentschlossenheit brachte auch für ihn selbst Folgen. Bereits einen Tag später war herausgekommen, dass er Kenntnis von den Umsturzplänen hatte. Sein Rückzieher wurde nicht als Loyalität gewertet. Er wurde wegen “Feigheit” zum Tode verurteilt und am 12. März 1945 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet
- der “Führer” gewinnt nach dem gescheiterten Attentat neue Zuversicht. Er betrachtet es als göttliche Vorsehung, dass er den Angriff überlebt hat.

Mittwoch, 12. September 2007

Deutsche Expansionspolitik (vor dem I. Weltkrieg)

--> “verspätete Nation”
- industrielle Revolution --> soziale Frage
- innenpolitische Probleme (Kulturkampf, Spannungen zwischen den Parteien)
- keine Kolonialpolitik, sondern Saturiertheit unter Bismarck à Bismarck wollte für Frieden in Europa sorgen

--> Anschluss an die Großmächte
- Einigung mit England à Helgoland wird deutsch und Sansibar britisch
- Einmarsch in China, um Respekt in der ganzen Welt zu erwerben (steigern von Ansehen und Prestige)
- weitere Aufrüstung der deutschen Flotte à wollte Frankreich und England überlegen sein

--> Gründe für die Kolonialpolitik
- Germanisierungspolitik
- Christianisierung
- Nationalismus
- Wilhelm der II. à“ Platz an der Sonne”
- neue Absatzmärkte / Rohstoffe
- Konkurrenz der europäischen Großmächte
- Handelsmärkte (Import/ Export)

dt. Kolonien:

- Togo
- Kamerun
- Südwestafrika
- Südostafrika
- Bismarck-Archipel
- Kaiser-Wilhelm-Land